Donnerstag, 11. Februar 2010

Kreative Rubbel Räume

Für eine Kultur der Offenheit? Also gleich zu den harten hidden-facts, sanft aufgezwungen durch gutmenschliche Stadtgeographie:

Die Studie ‘Kreative Milieus und offene Räume in Hamburg’ erkennt, dass “die Versuche Akzeptanz für Räume an anderen Standorten zu gewinnen erschwert wird, durch eine z.T. sehr starke Bindung der Akteure der kreativ-kulturellen Szene an die Quartiere der westlichen Inneren Stadt. Dabei wären gerade diese Räume ideale Spielräume und Inkubatoren für neue kreative Milieus.

Erschwere nicht länger! Gewinne Akzeptanz! Sei kreativ!

Dieser buddyhaft aufdringliche Tonfall weiß zu überzeugen. Auch wenn es um die freundliche Verkündung der Botschaft geht, dass auch du ein Talent hast. In anderer Leitbild-Linguistik auf den Punkt gebracht:

Talente für Hamburg sind neugierige und engagierte Menschen, die ihre ganz individuellen Fähigkeiten suchen und etwas aus ihnen machen. Ziel ist es, diese Potentiale zu wecken…”

Ganz talentgefördert fand ich also noch in der Studie selber ein prickelndes Kreativitäts-Angebot:

Subversives Rubbeln zur Gewinnung wertvollen Erkenntnismehrwertes: Die Expertengespräche mit Gianna Schade (Frappant e.V.), Rahel Puffert (the thing Hamburg) und Christoph Schäfer (Park Fiction) wurden als Bonustrack-Credit hinter einer Schicht Tippex verborgen.

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Selbstverständlich ist diese brodelnd lebendige Inspirationsquelle nischenartig versteckt im Quellenverzeichnis der Printausgabe (Zusatz-Authentizität durch Vermeidung pdf).

Abschließend sollten wir bei soviel individuellem Glück auch nicht den einfachen Menschen vergessen:

Bei der marktgerecht-hohen Auflage der Studie muss dankend im Namen des gesamten Prekariats darauf hingewiesen werden, dass hier ein weiterer Praktikant und oder 1€ Jobber in einem spannenden Milieu reichhaltige Erfahrung mit dem Ausweißer in der Hand machen durfte.

Und als Rausschmeißer nochmal Gutachter-Prosa für ungeahnte Realitätserfahrungen:

Es mehren sich die Anzeichen, dass der starke immobilienwirtschaftliche Druck in innerstädtischen Lagen zu einer Überhitzung des kreativen Klimas führt und Hamburg an Anziehungskraft für Kreative einbüßt.

1 Kommentar zu “Kreative Rubbel Räume”

  1. maximi, mein angebot fuer die schriftliche duskussion zur hafencity steht immer noch – im maerzen noch aktueller denn je! you know it all…

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