Seit einer schon recht ansehnlichen Zeit, werden auf der Basstarde-Seite frische Mixtapes veröffentlicht. Mixtapes? Das ist doch wohl mit dem Verschwinden der Kassette passé? Doch hier orientiert man sich bewusst an dem alten Format… Dies wird dann auch konsequenterweise durch die Benennung der Mixe als Mixtapes zum Ausdruck gebracht. Einerseits sind alle Mixe auf 30min beschränkt, was ja genau einer Seite der alten 60-Minuten Tapes entspricht. Zusätzlich steht das Ganze unter dem Motto „We like it cut short“. Heißt, sich auf 30min beschränken und versuchen so viel wie möglich in diese 30min hineinzupacken. Dass ausschließlich Vinyl verwendet wird und keine Computer im Spiel sind, versteht sich von selbst. Das Ganze kann auch als Kritik an die Beliebigkeit heutiger Internet Dj Mixe verstanden werden, bei denen in 60 Minuten 10 Tracks runtergemixt werden. Wenn das Mixen überhaupt noch in Echtzeit geschieht. Durch die Möglichkeiten nachträglicher Computerbearbeitung oder ausschließlicher Verwendung von Ableton verschwimmt der Anteil, den der Dj zum Mix beigetragen hat zusehens. Dass auch auf diese Weise komplett andere und auch sehr interessante Ergebnisse erzielt werden können, wird nicht bestritten, doch im Gegensatz dazu weiß man bei einem klaren Konzept woran man ist.
Das Ganze hat schließlich dazu geführt, dass die Anzahl der Schallplatten in den Tapes zusehens gesteigert wurde, was in der Verwendung von 52 Schallplatten (bmx 09) gipfelte. Zwischenzeitlich war es ein wenig ruhig auf der Seite geworden, doch nun werden im Monatsrhythmus wieder neue Tapes veröffentlicht. Wurden die Tapes bis vor kurzem ausschließlich von den Initiatoren selbst aufgenommen, werden von nun an auch Mixe aus dem nahen bis weiten Umfeld veröffentlicht.
Das Tape für September wurde von Späk gemixt. Ursprünglich aus dem süddeutschen Schweinfurt stammend, wechselt er seinen Wohnsitz fast ebenso rege, wie er Mixe mit grandiosen deepen Houseplatten aufnimmt. Der Kontakt entstand übers Internet, nachdem Späk sich besonders in eines der Tapes (bmx 14) verliebt hatte und es war nur eine Frage der Zeit, bis sein Name neben einer Tape-Hälfte auf der Seite auftauchen würde. Der Mix bietet mit 7 eine vergleichsweise kleine Anzahl von Schallplatten auf, doch es geht hier nicht um Zahlen, sondern ums Gefühl. Und eine Menge Gefühl ist es, was uns durch den Mix geleitet. Entgegen dem von manchen blind verfolgten Funktionalitätsdiktat in der elektronischen Musik, erklingen verträumte Pads und verspielte Chords. Satte Drums bilden das dazu passende Fundament des Mixes. Dieser flirtet zwischendurch auch mal mit Acid, um dann jedoch wieder zu groovenden Chords zurückzukehren. Am Ende steigert sich die Intensität noch einmal und wenn der Mix schließlich ausfadet, bleibt Aufregung und das Verlangen nach mehr. Sofern man sich auf die andere Seite des Tapes seinen zweitliebsten Basstarde Mix aufgenommen hat, ist jetzt der richtige Zeitpunkt die Kassette umzudrehen…
“in the lunchbox”
mixed by Späk
30 min : 7 records











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